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LO-Fi-FNK

 

Mit "Boylife", dem Debütalbum des schwedischen Duos Lo-Fi-Fnk wird ein Klischee bestätigt und gleichzeitig widerlegt. Wie das? Na ebenso selbstverständlich wie Leo Drougge und August Hellsing als Skandinavier allein per DNA schon grandiose Popmelodien anreißen, ebenso selbstverständlich brauchen sie für diese keine aufgeblasenen Orchestrierungen, sondern leben ihre Avant-Hooks im präzise punchenden Geist bester Clubmusik.

 

Schon seit 2001 basteln die erst 23jährigen schon an ihrem ureigenen Entwurf tanzbarer elektronischer Musik. Ihr nun auf Moshi Moshi Records erscheinendes Debüt, aufgenommen in den eigenen Boylife Studios in Stockholm, lehnt allein auf weiter Flur lässig neben artverwandten angesagten Neo-Hipstern wie LCD Soundsystem oder Hot Chip. Weil mittlerweile zuviele Friggler im Labyrinth ihrer Kopfgeburten vergessen, dass Popmusik einen Körper hat, fusionieren Lo-Fi-Fnk auf 11 Tracks lang kurzerhand kluge Lyrics mit enthusiastischen Soundbögen und synthetischen Funk-Unterfütterungen, die wissen, wo der Body den Soul holt. Wenn sich das Leben von Jungs nur immer so anhören würde!

Lo-Fi-Fnk wissen was sie wollen (und vor allem: wie sie es umsetzen), sind klar und catchy und bilden doch mehr als die Summe ihrer Teile. Allein die außergewöhnlichen Nummern "System" und "Change Channel" mit den Sängerinnen Matilda und Adeline (JFG Crew) führen auf "Boylife" ein fulminantes Eigenleben. In ihrer abgedrehten Bodenständigkeit erweisen sich die Electrofreaks August und Leo als ideales Update für ein freigeistig unterhaltendes Label wie Moshi Moshi Records (u.a. Bloc Party, Architecture In Helsinki, Au Revoir Simone).

 

Mit "Boylife" legen Lo-Fi-Fnk ein extrem frisch und clever electrofunkendes Album vor. Durchdrehen müsst ihr.